formation continue

Januar 30, 2008

educational media- selbst organisiertes Lernen

Gespeichert unter: SOL-Meilensteine — bwchristine @ 2:45 pm

Bloggerüst (Meilenstein I)

Introduction (Meilenstein II)

Nachdem mein urspüngliches SOL- Projekt, (Einrichten von Foren für Schulklassen sowie das Einrichten einer Schülerhomepag) geplatzt ist, habe ich mir zum Ziel gesetzt mich mit den Basics eines mediengestützten Unterrichts auseinanderzusetzten.

So werde ich in der nächsten Zeit mich vertieft mit Power Point beschäftigen und mir zu den verschiedenen Einsatz/Nutzmöglichkeiten und -grenzen dieses Programms Gedanken machen. Spannend wird für mich sein herauszufinden, ob die negative Kritik, die ich einst  bezüglich des Einsatztes von Power Point im Unterricht gelesen habe, für mich weiterhin ihre wahren Seiten hat oder ob ich persönlich zu einer gegenteiligen Überzeugung komme.

 

Mein SOL - Projekt gliedert sich daher in folgende 3 Teilschritte (Meilenstein III):

  1. Vertiefte Einarbeitung in Powerpoint anhand unterschiedlichen Materials ( Unterrichtsunterlagen meiner Kollegin, Fachbuch/bücher)
  2. Ausarbeitungsversuch von zwei Powerpoint Präsentation, wobei beide unterschiedlich Themen behandeln- der Inhalt existiert bereits bruckstückhaft- und somit auch eine unterschiedliche Gestaltung erfordern. Angemerkt an dieser Stelle sei bereits, daß es mir in erster Linie darum geht auszuprobieren mit welchen Möglichkeiten ich spielen kann, etc.
  3. Reflexion/ gedankliche Auseinandersetzung mit Power Point unter Hinzug einschlägiger Fachliteratur.

P.S: Ein Lernkontrakt mit einer Drittperson zur Unterstützung diese Vorhabens wurde bewußt nicht eingegangen, da für mich Lernen aus eigenem Antrieb erfolgen sollte, so der Idealfall. In der Realität ist das sicher oft anders. 

 

Teilziel 1 (Meilenstein IV):

Vom AutoInhalt- Assistenten Nutzer zum ???                                                                                                                          

Und so wühle/klicke ich mich seit geraumer Zeit durch PowerPoint, bastle Organigramme, Diagramme,.. stets auf der Suche nach Möglichkeiten, die ich mir in diesem Programm erwarten würde, bzw. die ich mir ausgemalt habe, da ich sie gerne verwenden würde.

Leider bleibt die große Begeisterung noch aus. Auch ist mir das Herumspielen etwas vergellt, da ich in Hinblick auf den nächsten Meilenstein jedes Diagramm, jede Hintergrundfarbe/ Vorlage in Hinblick auf die konkrete Nutzbarkeit anschaue.

Des weiteren wird mir immer klarer, daß PowerPoint eigentlich nur dann wirkt- so zumindest meine Einschätzung-, wenn man möglichst wenig auf die einzelnen Folien schreibt, lange Sätze vermeidet,…

Die Frage, kann PowerPoint für mich zum geeigneten Programm werden steht daher weiter unbeantwortet im Raum.

Sicher konnte ich mir die Möglichkeiten des Programms vergegenwärtigen (Ratgebern und sonstigen Hilfestellungen sei Dank), aber nur eine konkrete Testphase kann mich einen Schritt weiterbringen.

 

Teilziel 2 (Meilenstein V):

Was Hänschen nicht lernt, will Hans nimmer mehr?!

Die Testphase liegt mittlerweile schon einige Zeit zurück. Ein Teil meines Zieles jedoch in weiter Ferne. Gezwungen habe ich mich eine zeitlang ganz bewußt zur Organigrammgestaltung/ Schemengestaltung mit Powerpoint, was nicht so einfach war, denn es trafen zwei Dickköpfe aufeinander: der meinige und der von Powerpoint. Fazit: ich bin wieder zu word zurückgekehrt, da ich bei word mich nicht mit den Kräften eines Auto-Assistenten messen muß. Subjektiv habe ich das Gefühl, word läßt mir mehr gestalterische Freiheit und ich habe schneller, was ich will… Daher dürfte ich wohl bei graphischen Elementen in word gestalten, mit Powerpoint präsentieren.

Vorgestellt hatte ich mir auch noch eine Präsentation mit viel Schnickschnack- Animationen, Sound und Film. Da ich aber keine Umsetzungsmöglichkeit hatte, ist es dazu nie gekommen. Folien kann man ausdrucken und als Handouts verteilen. Die Reaktion der Empfänger genügt als Feedback. Aber was macht man mit einer kunterbunten Powerpointpräsentation, die ihr Dasein auf der kalten Festplatte eines Computers fristen muß? Verschicken an eine vorab definierte Zielgruppe? Sinnlos, denn eigentlich sollte sie einen Vortrag/ eine Präsentation unterstützen aber nicht die Präsentation selbst sein.

 

Teilziel 3 (Meilenstein VI):

Angenehm empfinde ich Powerpoint immer noch, wenn das Programm zur Untermahlung von Einführungsvorträgen genutzt wird, um eine allgemeine Übersicht zu geben, Graphiken zu zeigen, etc.

Sinnvoll ist dieses Programm sicher auch im Kontext von online Präsentationen, da das Querformat bildschirmtauglich ist.

In ftf- Situationen würde ich mir allerdings manchmal den alten Overhead zurückwünschen, zumindest bei wissenschaftlichen Vorträgen. Eine klar gegliederte/ strukturierte Overheadfolie, die auch bis zum Ende aufgedeckt liegenbleibt kann meines Erachtens dem Zuhörer helfen immer wieder in den Vortrag einsteigen zu können, sollte er kurz gedanklich abwesend gewesen sein oder den Faden verloren haben.

Powerpoint aufgrund seiner Machart verführt gerade so dazu eine Folie nach der anderen zu gestalten. Man schämt sich fast schon, wenn man nur eine oder zwei Folien hat, haben die anderen doch mindestens ein Duzend. Aber macht es wirklich Sinn für jeden einzelnen Gliederungspunkt, selbst für den kleinsten Punkt ( z.B.: 10.2.5.7) eine eigene Folie zu gestalten? Manchmal scheint die Foliengestalterei ad absurdum geführt zu werden. Und als Zuhörer ist man mehr mit den Folien als mit dem Zuhören beschäftigt, eine Ablenkung, die auch dem Redner wiederfährt, da er vor lauter Umblättern gar nicht mehr zum Reden kommt, sich schließlich den Folien unterordnet und diese im schlimmsten Fall nur noch abliest.

Powerpointkritiker aus den Reihen der Didaktiker bezeichnen so etwas als “Folienschleuder”- ein Begriff den ich erst in den letzten Wochen mit Inhalt füllen konnte, da ich mir bis dato immer einen mit Overheadfolien umsichschmeißenden Redner vorzustellen versuchte, was verständlicher Weise nicht ging. Einen wild auf Tastaturen drückenden Vortragenden jedoch kann ich mir lebhaft vorstellen.

Ob man durch Technik allein beeindrucken kann, einen schlechten Inhalt maskieren kann, ist fraglich. Auch wenn man ein Meister der Blendkunst ist, dürfte langfristig gesehen der Erfolg ausbleiben, ist man nicht auch der Rede kundig. Desweitern wird manchmal vergessen, daß die im gesprochenen Wort transferierte Botschaft nachhaltiger ist als die, die über den Beamer an die Wand geworfen wird und dann evtl. als trockenes Handout in den Händen der Zuhörer landet. 

Schöne Präsentation reichen also nicht aus, sie können aber so manchen Vortrag vollenden.

Eine wirklich gekonnte Kombination von beidem verlangt entweder Talent oder, will man die Perfektion und ist man kein begandeter Redner, eine ganze Menge Übung. 

In diesem Sinne denke ich, daß das Programm anwenden können alleine nicht ausreicht, um eine gelungene Präsentation zu gestalten. Ein Abstecken der Grenzen, Möglichkeiten und Chancen von Powerpoint ergibt sich erst dann, wenn man auch eine Umsetzungsmöglichkeit hat und aus dieser lernen kann. Ist dies nicht der Fall bleibt man ähnlich einem Theaterkritiker nur passiver Zuschauer.

 

 

 

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